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Hier nun (leider etwas verspätet) mein Erlebnisbericht vom "Impro im Stadtpark"-Festival. Wer es eilig hat und nur über die Ostmetal-relevante Mugge lesen möchte, der überspringe alles, was nicht in roter Farbe geschrieben ist! Also dann mal los:
Den Anfang dieses denkwürdigen Abends machten die SKYSTONES, welche das Auditorium mit klassischem Rock'n'Roll im Stile von Elvis aufwärmten. Danach kam die erste der neun schon zu DDR-Zeiten existierenden Bands, wobei die Reihenfolge chronologisch rückwärts durch das Gründungsjahr festgelegt gewesen ist. Also war die "jüngste" Band die Gruppe JUCKREIZ, die leider ohne Marion Sprawe auskommen mußten, aber mit Kristeen eine ebenso gestandene Magdeburger Musikerin in ihren Reihen hatten, welche auch schon seit über 20 Jahren aktiv ist. Weiter ging es mit SCHESELONG, aber von der mir immer fremdartig erschienenen Klassifizierung als Rock-Kabarett war die Musik der fünf Jungs weit entfernt. Ich fand, daß SCHESELONG gut gemachte, ehrliche Rockmusik spielten und auch einige ihrer bekannten Hits zu Gehör brachten. Im Anschluß daran folgten CHARLIE'S CREW, die seit 1986 unter der Leitung des ehemaligen MAGDEBURG- und MCB-Gitarristen Charlie Ludwig ohne Unterbrechung die Bühnen der Republik rocken. Wie Charlie mir sagte, verlegte man sich nach der Wende auf internationale Cover-Versionen von ZZ TOP, C.C.R. u.a., um als Musiker überleben zu können, jedoch wurde eigens für diesen Abend der MCB-Klassiker "Die alten Zeiten" wieder ausgegraben, der in einem furiosen Gitarren-Duell zwischen dem "alten" und dem "jungen" Gitarristen (Vater und Sohn) von CHARLIE'S CREW seinen Höhepunkt fand. Dann folgten REGGAE PLAY, die mir persönlich musikalisch überhaupt nicht zusagen, so daß ich erstmal auf Nahrungssuche gegangen bin. Danach waren REFORM an die Reihe, welche ausschließlich ihre größten Hits (mit den markanten Merkmalen ihrer Musik) zum Besten gaben. Es folgte die Gruppe RENFT (als Ersatz für QUINTESSENZ) und da muß ich zugeben, daß ich zwar einige der bekanntesten Lieder kenne, aber der ganze Kult um diese Band lange vor meiner Zeit stattfand, denn als die verboten wurden, habe ich noch auf "Buddelflink" und "Pittiplatsch" gestanden. Auch später habe ich keinen Zugang zu dieser Musik gefunden, obwohl die vier Jungs das Haus ordentlich gerockt haben, wenn man den Publikumsreaktionen Glauben schenken darf. Jetzt waren CROSSFIRE am Zuge, die in ihren Reihen das Magdeburger Urgestein "Bass-Paule" von den PRIMANERN hatten, und die Band zockte eine Reihe internationaler Rock-Klassiker der Siebziger, die das Publikum zum Kochen brachten. Leider folgte dann mit den KELLERGEISTERN eine zweite Cover-Band (mit den Klassikern der Achtziger), die das hohe Niveau ihrer Vorgänger meiner Meinung nach nicht halten konnten. Dann kam endlich die Band, welche ich schon immer mal live sehen wollte: Die KLOSTERBRÜDER. Die Band spielte tight und druckvoll, Saxofonist und Querflötist Dietrich Kessler spielte und sang äußerst souverän, während Hajo Kneis trotz seines (relativ) hohen Alters alle (wirklich alle!) Gesangs-Passagen wie ein junger Sanges-Gott reproduzieren konnte. Echt beeindruckend! Das einzigste Manko war in meinen Augen bzw. Ohren die Darbietung zweier Cover-Versionen, an deren Stelle ich (neben den dargebotenen "Wenn ich zwei Leben hätt", "Kalt und heiß", "Was wird morgen sein" und "Verkehrte Welt") lieber zwei weitere Klassiker aus dem reichhaltigen Fundus der Kultgruppe gehört hätte. Die zuletzt aufspielenden LORDS habe ich mir gekniffen, denn erstens tangiert mich diese Band zugegebenermaßen nicht mal periphär und zweitens mußte ich noch etwas für das Ostmetal-Fanzine arbeiten, bevor wir uns nachts um halb zwei wieder auf den Heimweg machten.
----- Metal ist mehr als nur eine Musikrichtung. Metal ist ein Lebensstil!
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